
Elefant im politischen Porzellanladen (Quelle: Hattingh/CIC)
Afrika: Was haben Elefanten mit Deutschlands UN-Pleite zu tun?
Der Streit um die 20.000 Elefanten aus Botswana wirkt nach. Nach Kritik aus Afrika wird deutlich, dass das grüne Streben nach einem Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen und in dem Zusammenhang die arrogante Behandlung von Afrikanern durch die Partei der Grünen vor zwei Jahren zu Deutschlands Scheitern bei der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat mit beigetragen hat.
In Berlin lecken die Verlierer ihre Wunden und niemand will schuld gewesen sein: Deutschland ist bei seiner Bewerbung um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat krachend gescheitert. Das Ereignis passt in die allgemeine politische Großwetterlage in Deutschland. Die politischen Analysten haben zahlreiche Ursachen ausgemacht, doch aus Afrika wird jetzt eine weitere benannt: die arrogante Behandlung afrikanischer Staaten und ihrer Politiker durch Deutschlands Grüne, vor allem die ehemaligen Ministerinnen Annalena Bärbock (Außen) und Steffi Lemke (Umwelt), im Streit um die Einfuhr von Jagdtrophäen aus Afrika.
Wir erinnern uns. Die Grünen wollten die Einfuhr, am liebsten die ganze Jagd in Afrika, verbieten. Das sorgte für Aufregung in Botswana und anderswo. Das Land hat mit den Problemen und Konflikten einer zu hohen Elefantenpopulation zu kämpfen, und die Einnahmen aus dem Jagdtourismus stärken ländliche Kommunen. Der damalige Präsident Botswanas, Mokgweetsi Masisi, und andere Präsidenten kritisierten, Deutschland wolle Afrika den Umgang mit seinen Naturschätzen vorschreiben. Entsprechende Briefe an die Ampelregierung und Bundeskanzler Scholz blieben unbeantwortet. Dem Präsident platzte schließlich der Kragen. Er kündigte im Frühjahr 2024 an, Botswana werde 20.000 Elefanten nach Deutschland schicken. Dann könnten die Deutschen mal zeigen, wie sie damit umgingen, wenn sie sowieso alles besser wüssten. Die Story ging damals weltweit viral.
Die BILD-Zeitung sprach jetzt mit Alt-Präsident Masisi am Rande eines Treffens afrikanischer Spitzenpolitiker in Nairobi. Zitat Masisi: „Vielleicht hätte sich Frau Bärbock darauf konzentrieren sollen, ihre Arbeit in der deutschen Diplomatie zu erledigen, anstatt … den Afrikanern zu sagen, wie sie mit Elefanten umgehen sollen. Vielleicht hätte Deutschland dann mehr Stimmen aus Afrika für den UN-Sitz erhalten.“ Er sprach weiter von einem „herablassenden und respektlosen Verhalten“ Deutschlands in der damaligen Affaire um die Jagdtrophäen und die Elefanten. Ähnlich äußerte sich Namibias Ex-Vize-Umweltministerin Heather Sibungu zu BILD. (rdb)
Weitere Informationen
CIC und DJV stellen eine Informationsbroschüre der IUCN zur Auslandsjagd auf Deutsch zum Download bereit oder versenden sie auf Wunsch per Post.

