
Blick in ein staatliches Lager in Afrika. Länder wie Namibia wollen solche wertvollen Stoßzähne keinesfalls vernichten. Foto: Rolf D. Baldus/CIC
Namibia: 46 Tonnen Elfenbein im Angebot
Vom 24. November bis 5. Dezember 2025 findet in Usbekistan die 20. Konferenz aller Mitgliedsstaaten (COP20) des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (CITES) statt.
Wieder einmal setzt Namibia hohe Hoffnungen in die bevorstehende Konferenz. Wieder einmal könnten diese Hoffnungen enttäuscht werden. Alles spricht dafür. Jedenfalls hat das Land beantragt, die Hälfte seiner Lagerbestände an Rohelfenbein verkaufen zu können. Das sind 46 Tonnen.
Dem Vorschlag zufolge verfügt Namibia derzeit über etwas mehr als 92 Tonnen. Die Regierung beziffert den Wert mit etwa acht Millionen Euro. Das entspricht einem Preis von 87 Euro pro Kilo und dürfte realistisch sein. Aktuell gibt es nur Schwarzmarktpreise. Die Stoßzähne kommen von natürlich verendeten Tieren, wurden von Wilderern oder Schmugglern beschlagnahmt oder stammen aus Bestandsmanagement, d.h. Problemtiere wurden von Wildhütern geschossen. Eine letzte Quelle sind die sogenannten „Nicht-Trophäen-Jagden“. Dabei erlegen ausländische Jagdgäste zur Bestandsregulierung bestimmte Elefanten. Ihre Abgaben fließen überwiegend an die lokalen Gemeinden. Das Elfenbein wird an die Wildbehörde abgeliefert. Namibia vernichtet sein Elfenbein nicht im Gegensatz zu Ländern wie Kenia.
Der aktuelle Vorschlag sieht vor, dass der Handel nur mit Ländern abgewickelt wird, die angemessene nationale Gesetze und inländische Handelskontrollen haben und vom CITES-Sekretariat als mögliche Partner geprüft wurden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass aus Namibia importiertes Elfenbein nicht wieder exportiert wird und in den Empfängerländern gemäß allen Anforderungen für die inländische Produktion und den Handel verwaltet wird. Alle Einnahmen aus zukünftigen Elfenbeinverkäufen würden in den namibischen „Game Products Trust Fund“ eingezahlt und für den Elefantenschutz sowie für kommunale Naturschutz- und Entwicklungsprogramme verwendet.
Das Dokument hebt auch die finanziellen und sicherheitsrelevanten Auswirkungen der Lagerung von Elfenbeinvorräten hervor. Namibias Elefantenpopulation ist von geschätzten 7.000 im Jahr 1990 auf über 25.000 bis Ende 2024 angewachsen. „Namibia hat Elefanten nicht direkt für den kommerziellen Handel oder den Inlandsverbrauch genutzt, außer durch Sportjagd und Fototourismus“, heißt es im Dokument. „Es muss betont werden, dass weder Elefanten gezielt getötet wurden noch werden, um Elfenbein oder andere Handelsprodukte zu gewinnen. Elfenbein wird von allen registrierten natürlichen Todesfällen sowie von Elefanten, die als Problemtiere getötet wurden, geborgen“, erklärte das Umweltministerium. (rdb)

